Lässt sich Demenz verhindern?


Neue Früherkennungsmethoden
Lässt sich Demenz verhindern?

Volkskrankheit Demenz: Etwa 1,5 Millionen Menschen leiden in Deutschland an dieser Alterskrankheit. Demenz ist nicht heilbar, doch Therapien helfen, den Zustand der Betroffenen stabil zu halten oder zu verbessern. Zudem lässt sich Demenz vorbeugen. Das meldet das Knappschaftskrankenhaus Püttlingen.

Demenz breitet sich aus

Die Zahl der Demenzkranken nimmt ungebrochen zu. Von allen demenzkranken Menschen macht die Alzheimer-Demenz etwa 50 Prozent aus. „Ich gehe davon aus, dass sich an diesem Trend aufgrund der steigenden Lebenserwartung und noch fehlender Behandlungsmöglichkeiten in naher Zukunft nichts ändern wird“, so Helmut Jäger, Chefarzt der Neurologie. 2005 lebten in Deutschland 3,7 Millionen 80-jährige und ältere. 2020 werden es 6 Millionen sein, 2050 fast 10 Millionen.

Alzheimer vor Ausbruch erkennen

Eine gesicherte Diagnose ermöglicht in vielen Fällen den Zustand zu verbessern oder stabil zu halten. Wichtig sind klinische Untersuchungen, bei denen der Arzt die Gedächtnisleistung feststellt. Ein weiteres Instrument sind Kernspinaufnahmen, die zeigen, wie leistungsfähig einzelne Hirnareale sind. Sie machen Stoffwechselstörungen und krankhafte Veränderungen sichtbar.

Neu ist eine spezielle Nervenwasseruntersuchung: Dazu bestimmt man die so genannten TAU-Proteine sowie das ß-Angloid. Beide Werte zeigen eine Veranlagung, eine milde Frühform oder eine Alzheimer-Erkrankung an. Auf diese Weise können Nervenärzte die Demenz etwa 8-10 Jahre vor Krankheitsbeginn entdecken. „Wenn wir frühzeitig – noch vor Krankheitsausbruch – die richtige Diagnose stellen, kann es uns gelingen, das Fortschreiten der kognitiven und funktionellen Defizite aufzuhalten“, erklärt Jäger.

Geistigen Abbau hinauszögern

Wer demenzgefährdet ist, kann einiges tun, um den Ausbruch hinauszuzögern. Rauchen und Alkoholkonsum sollte man möglichst aufgeben. Wichtig sind eine gesunde und ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und Gedächtnistraining. Dabei hilft alles, was das Gehirn aktiv hält: Lesen, Kreuzworträtsel, Sudoku.

Spezielle Medikamente für Demenzkranke, die Acetylcholin-Esterase-Hemmer, versorgen das Gehirn mit notwendigen Botenstoffen. Das verbessert vor allem die gedankliche Leistung der Patienten. „Leider ist damit eine Heilung nicht möglich. Aber den fortschreitenden Verlauf der Krankheit können wir so um einige Monate verlangsamen“, erklärt Jäger.

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